"Mein allergrößter Wunsch!"

Es war ein tiefverschneiter, sternenklarer Adventabend, als ein kleines Mädchen mit traurigem Blick an ihrem Zimmerfenster saß und fragend in den Himmel sah. Ab und zu gab sie ein leises "hmm" oder "ach" seufzend von sich, worauf sie schließlich, nach einer Weile sagte: "Liebes Christkind, ich bin etwas ratlos. Ich weiß nicht was ich machen soll!? Mein Wunschzettel an dich ist schon fast fertig, doch ich kann ihn nicht ans Fensterbrett legen, da mein allergrößter und liebster Wunsch nicht oben steht. Aber ich möchte ihn auch nicht draufschreiben, weil ich ja sowieso weiß, dass du diesen nicht erfüllen kannst." Zugleich rollten kleine Tränen über ihre rosigen Bäckchen.

Plötzlich wurde es strahlend hell am Himmel! Es schien, als würden sich alle Sterne zu einem ganz großen Stern zusammentun, was dann so aussah wie ein rießiges Lichtertor. Aus diesem Tor trat eine wunderbar, hellstrahlende Erscheinung hervor, mit einem silberweiß schimmernden, glitzernden Kleid und goldig strahlenden Engelslocken.Das Mädchen war wie verzaubert und konnte nicht aufhören zu staunen. Mit ihren großen Kulleraugen und ihrem weit geöffneten Mund, fiel es ihr schwer zu sagen: "Bist..., bist du..., bist du das Christkind?" Die engelhafte Erscheinung erwiderte: "Ja kleine Prinzessin, das bin ich! Und ich habe gehört, dass du einen ganz besonderen Wunsch hast, aber du glaubst, dass ich dir diesen nicht erfüllen kann. Nun sag schon, du liebes Kind!"
Mit etwas zittriger, aber auch trauriger Stimme sprach das Mädchen: "Ich möchte meinen kleinen Bruder wiederhaben."
Da wurde das Christkind auch etwas traurig, sagte aber dann: "Du bist ein so großartiges Mädchen und eine so liebevolle große Schwester, doch warum dieser Wunsch? Dein Bruder ist ja immer bei dir. Immer und überall! Und du weißt das! Du kannst immer noch mit ihm reden, oder mit ihm spielen und hast sogar den Vorteil, dass du das wirklich jederzeit machen kannst, wann und wo auch immer du willst. Dieses Glück haben nicht alle großen Geschwister." "Sieh mal", meinte das Christkind. "Mit mir ist es so ähnlich. Du kannst mich zwar nicht so sehen, wie du andere Menschen siehst, aber du weißt, dass es mich gibt und dass ich da bin, vor allem wenn du mich brauchst."
Da lächelte das kleine Mädchen und sagte: "Du hast recht! Danke liebes Christkind."
Erleichtert und sehr froh verabschiedete sich das Christkind dann langsam: "Mach´s gut liebe Prinzessin und denke immer daran: Du hast ein so wunderbares Herz, voller Liebe und Wärme, wo dein kleiner Bruder immer einen Platz darin haben wird!"
Am Heiligabend war es dann soweit... Das Mädchen stand mit ihrer Familie rund um den Christbaum und es wurde gebetet, gesungen und anschließend wurden natürlich die Päckchen geöffnet. Alle Geschenke waren da, welche auf dem Wunschzettel standen. Alle Wünsche des Mädchens wurden erfüllt.
Dann blickte sie auf einen wunderschönen Herzanhänger, welcher am Christbaum hing und so durch den ganzen Raum schimmerte. Das kleine Mädchen ging ganz nah an ihn heran und blickte tief hinein. Sie sah ihr Spiegelbild darin und zugleich sah sie ihren kleinen Bruder, der immer einen festen Platz, tief in ihrem Herzen hat. Und in diesem Moment spürte sie ihn so nahe, wie nie zuvor. Und so sagte sie ganz leise: "Danke, liebes Christkind!"

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